Hege und Pflege für die Klinik-App

Eingangsbereich des Klinikum Kassel - Gesundheit Nordhessen

Fallstudie: Gesundheit Nordhessen

Krankenhaustypische Arbeiten wandern vermehrt auf Smartphone und Tablets. Mit dem Cortado Server behält die Gesundheit Nordhessen Kontrolle über ihre mobilen Anwendungen und Geräte.

Der Chefarzt, der während der Visite seinen Bericht gleich ins Notebook (auf dem Visitewagen!) eingibt, ist inzwischen ein gängiges Bild. Mittlerweile dreht die App-Technologie das IT-Rad in den Krankenhäusern ein gehöriges Stück weiter. Über ihr Smartphone können Ärzte Vitalwerte direkt im Krankenhausinformationssystem (KIS) erfassen, Transporteure erhalten Lieferaufträge im Push-Verfahren, es gibt Apps für die Übermittlung von Essenswünschen der Patienten usw.

Die Bandbreite der Anwendungen scheint grenzenlos. IT-Abteilungen sind schon aus Gründen des Patientenschutzes gefordert, Smartphones, Tablets und darauf installierte Apps zentral zu überwachen und zu administrieren. Die Gesundheit Nordhessen Holding AG nutzt dafür das Mobile Device Management von Cortado.

Der Klinikverbund mit Sitz in Kassel betreibt vier Akutkrankenhäuser, einige kleinere Einrichtungen und beschäftigt knapp 600 Ärztinnen und Ärzte. Jeder von ihnen erledigt über sein Smartphone auch berufliche Aufgaben und nutzt neben Telefon und E-Mail dafür Apps wie die des Cerner-KIS, die in Nordhessen seit Anfang 2016 pilotweise im Einsatz ist.

Mirko Schäfer, Teamleiter Infrastrukturmanagement im Zentralbereich IT der Gesundheit Nordhessen, kennt die Vorlieben der Ärzteschaft im Umgang mit ihren Smartphones: „Falls sie während der Nachtschicht etwas Luft haben, spielen sie auch mal darauf herum und installieren womöglich private Apps. In der IT hat man dann alle Hände voll zu tun, die Geräte wieder zurückzusetzen und neu zu installieren.“ Denn der umfangreiche Patientenschutz verlangt eine strikte Reglementierung, was der Anwender an seinem Gerät tun darf, ob er private mit beruflicher Telefon- und App-Funktion vermischt etc.

Datenschutz in der Kitteltasche

Seit knapp zwei Jahren sind im Klinikverbund neben den iPhones verstärkt iPad-Minis im Einsatz. Sie passen in eine Kitteltasche. Wenn der Arzt das Gerät – auf dem sich unter Umständen auch sensible Daten befinden können – versehentlich mit nach Hause nimmt, ist der Datenschutz schon nicht mehr gewährleistet. Gleichzeitig steigt die Anzahl an Apps und Use Cases, wie man diese für krankenhausbetriebliche Abläufe nutzen kann. Die Verantwortung für die Verwaltung der mobilen Devices wurde deshalb bereits Ende 2016 vom Zentralbereich Bau und Technik in die IT-Abteilung verlagert. Gemeinsam mit Cortado entwickelte sie ein Konzept, wie man Devices und die darauf installierten Apps von zentraler Stelle aus steuert und administriert, wie man Profile und Einstellungen unter Berücksichtigung des Patientenschutz-Anforderungskataloges und der besonderen Aufbewahrungsfristen im Gesundheitswesen entwickelt.

„Ohne Mobile Device Management geht es im Krankenhaus nicht mehr.“

„Angesichts des IT-technischen Fortschritts kommt ein Krankenhaus heute um ein Mobile Device Management nicht mehr herum“, ist auch Dr. Henning Janßen, Zentralbereichsleiter IT der Gesundheit Nordhessen, überzeugt. Im Cortado Server ist jedes einzelne Gerät inventarisiert. Die IT-Abteilung kann über ihn iPhones und iPads zentral administrieren, sperren, einrichten und fernwarten. So stellt sie sicher, dass der Datenschutz auf jedem Gerät gewährleistet ist und jeder User nur die Apps verwendet, die seinem Stellenprofil entsprechen. „Natürlich gibt es dafür auch Bordmittel von Apple und Android“, weiß Mirko Schäfer. „Das funktioniert aber nur bei wenigen Geräten, nicht mehr bei mehreren Hundert, wie sie bei uns im Einsatz sein werden.“

Die Gesundheit Nordhessen bezieht neue Devices von ihrem Reseller, ist Teilnehmer am Device Enrollment Program von Apple und betreibt über das Volume Purchase Programm einen firmeninternen AppleStore mit Healthcare-spezifischen Anwendungen. So erledigt sich das Bespielen eines neu angeschafften Gerätes mit den dafür vorgesehenen Anwendungen automatisch. Der Reseller erhält die DEP-Nummer, richtet das neue Gerät mit Seriennummer, Apple-ID und allen persönlichen Einstellungen des Nutzers ein. Sobald dieser das Device auspackt und erstmalig ins Internet geht, verbindet es sich automatisch mit dem Cortado Server, wird registriert und erhält die Grundeinstellungen sowie alle für ihn zugelassenen Apps.

KIS spielt Vitalwerte aufs Smartphone

Über die App von Cerner können Ärzte und Ärztinnen Daten aus dem Krankenhausinformationssystem auf ihrem Smartphone einsehen. Auf 50 Geräten wurde sie anfangs im klinischen Umfeld auf mehreren Stationen probeweise installiert. Noch ist der benötigte Funktionsumfang nicht vollständig, soll aber laut Cerner stetig ausgebaut werden. Fieberkurve und weitere Vitalwerte (Blutdruck, Puls, Medikation) aus dem KIS sind dann per Smartphone kontrollierbar, zusätzlich kann der Arzt Röntgenbilder anfordern, die Medikation ändern und weitere Aktionen anstoßen. Die Kommunikation findet über das im Healthcarebereich verbreitete HL7-Protokoll statt. Längst vorbei sind die Zeiten des gelben Zettels, der per Rohrpost verschickt wird.

Der Cortado Server unterstützt die Gesundheit Nordhessen ferner im Bereich der Teleradiologie. Radiologen der Nachtschicht versehen ihren Dienst oft von zu Hause aus. Dort können sie über ihren speziell eingerichteten PC Röntgenbilder ansehen und erhalten dazu die Patientendaten vorab per E-Mail auf dem Smartphone über eine gesicherte VPN-Verbindung. Diese Integration der Mail-Funktionalität stellt Cortado bereit – ein wesentlich schnellerer und, so Mirko Schäfer, smarterer Prozess, als wenn sich der Radiologe erst umständlich per Citrix-Verbindung auf sein E-Mail-Programm in der Klinik einwählen müsste. So kann er innerhalb kürzester Zeit entscheiden, ob eine rechtfertigende Indikation vorliegt und der Patient geröntgt werden soll oder nicht.

An ganz anderer Stelle profitieren die Kollegen und Kolleginnen der Haustechnik vom Mobile Device Management mit Cortado. Dank dessen mobilen Zugriffs auf Datei-Ressourcen können sie sich mit dem Tablet an Ort und Stelle Wartungs- und Schaltpläne oder Bedienungsanleitungen ansehen, die auf dem zentralen Laufwerk ihrer Abteilung liegen – per WLAN oder, da dieses noch nicht flächendeckend verfügbar ist, über die integrierte UMTS-Karte.

Run auf Mobility-Projekte steht erst noch bevor

Das WLAN wird im Klinikverbund derweil ausgebaut. Mit besserer Netzabdeckung steigen auch die Möglichkeiten für Ärzte und Ärztinnen, mit dem Smartphone von überall auf das KIS zuzugreifen. Nicht nur die Cerner-App wird daher – mittels Cortado Server – weiter ausgerollt: „Wir werden uns vor Mobility-Projekten dann nicht mehr retten können, egal aus welcher Ecke“, prophezeit Mirko Schäfer.

Der Patiententransport gehört dazu, der seine Aufträge per Smartphone erhält, Apps wie Orgacard für die Essensbestellung und im Bereich der mobilen Altenpflege stehen in den Startlöchern. Mit letzterer können die Pflegekräfte ihre erbrachten Dienstleistungen noch vor Ort dokumentieren und, wieder zurück in der Zentrale, über die Printfunktionalität von Cortado für die Patientenakte (die noch in Papierform existiert) ausdrucken.

Die Investition in das Mobile Device Management hat sich nach Einschätzung Mirko Schäfers bereits mit Anschaffung eines neuen Gerätes amortisiert. „Fünf Euro beträgt die Lizenzgebühr pro Monat und Benutzer“, rechnet er vor. „Wenn wir ein Smartphone nur einmal kurz anfassen müssen, um es neu aufzusetzen oder verbotene Apps zu löschen, sind die Kosten bereits wieder eingespielt. Denn dies ist dank zentraler Wartung nun nicht mehr erforderlich.“

Die Benutzerlizenz hat für den Klinikverbund einen weiteren Vorteil: So können die Kosten für das Mobile Device Management leicht im Investmenthaushalt hochgerechnet und einzelnen Kostenstellen und Verursachern zugeordnet werden.

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Profil Gesundheit Nordhessen Holding AG

Die Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH) bündelt Kompetenzen in der Region Nordhessen, um eine hochwertige medizinische Versorgung und Pflege anbieten zu können. Zur GNH gehören vier Krankenhäuser, Einrichtungen der ambulanten medizinischen Versorgung und Rehabilitation sowie Seniorenwohnanlagen mit ambulantem Pflegedienst. Die Krankenhäuser der GNH versorgen jährlich an die 73.000 stationäre Patientinnen und Patienten. Mittelpunkt der Krankenhausgruppe ist das Klinikum Kassel als größtes kommunales Krankenhaus Hessens, im Umland stellen die Krankenhäuser in Bad Arolsen, Hofgeismar und Wolfhagen eine wohnortnahe Versorgung sicher. Mit über 4.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und über 420 Ausbildungsplätzen gehört die GNH zu den größten Arbeitgebern und Ausbildungsbetrieben der Region. In Kooperation mit der University of Southampton bietet die Kassel School of Medicine (KSM) ein bilinguales Medizinstudium für jährlich rund 30 Studierende an.